Tom Levold

Supervision

Was ist Supervision?

Unter Supervision wird landläufig die die systematische Reflexion professioneller Praxis verstanden, die in unterschiedlichen Settings (z.B. Einzel-, Gruppen- und Teamsupervision) durchgeführt werden kann. Supervision ist daher ein Sonderfall von Beratung. Der Begriff „Professionelle Praxis“ bezieht sich hierbei in der Regel auf die Tätigkeiten der klassischen Professionen (Medizin, Psychotherapie, Sozialarbeit, Seelsorge, Krankenpflege usw.), deren Charakteristikum darin besteht, dass sie ihr verfügbares Wissen klienten- oder fallorientiert zur Anwendung bringen.

Supervision zielt darauf, die Übereinstimmung der professionellen Praxis mit ihren – expliziten und impliziten – Maßstäben zu überprüfen, diese Maßstäbe selbst zur Beobachtung zu bringen und allfällige Verstrickungen zu untersuchen, die sich aus der Tatsache ableiten lassen, dass die berufliche Leistung grundsätzlich in Beziehungszusammenhängen erbracht wird, die immer anfällig für Konflikte, Übertragungen und Reinszenierungen früherer Beziehungsmuster sowohl auf Seiten der Klienten wie der Professionellen sind. Insofern ist Supervision ein wesentlicher Bestandteil von Qualitätsmanagement in allen Bereichen, in denen „Beziehungsarbeit“ geleistet wird.

Was heißt Systemische Supervision?

Systemische Supervision unterscheidet sich von anderen Supervisionsansätzen durch ihre Verbindung mit systemischen Ansätzen unterschiedlicher Disziplinen: allgemeine Systemtheorie, Theorie sozialer Systeme, Synergetik, Chaostheorie, Kommunikationstheorie, Konstruktivismus, sozialer Konstruktionismus usw.

Im Mittelpunkt steht die Einsicht in die Beobachterabhängigkeit aller Erkenntnis. Erkenntnis gibt also keinen Aufschluss über die „objektive Wirklichkeit“ des beobachteten Systems, sondern ist eine zugleich kognitive wie affektive Konstruktion des Beobachters, der sich in einer Kommunikationsbeziehung mit dem beobachteten System befindet. Der Supervisor stellt gewissermaßen eine Beobachterperspektive von außen zur Verfügung, die innerhalb des Systems nicht eingenommen werden kann.

Da sich das beobachtete System zugleich ständig selbst beobachtet, fließen die Eigenbeobachtungen des Systems ebenfalls in den Supervisionsprozess ein. Supervision lässt sich gewissermaßen aus dieser Perspektive als systematische Beobachtung von Selbst- und Fremdbeobachtung verstehen. Es handelt sich dabei immer um einen gemeinsam gestalteten, dialogischen Kommunikationsprozess aller Beteiligten. Das Ziel ist die Herstellung von Anschlussfähigkeit zwischen den jeweils unterschiedlichen Wirklichkeits-Konstruktionen der Beteiligten und die Entwicklung neuer, ungewohnter Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten.

Neben der Praxis der am Supervisionsprozess Beteiligten spielt aber auch die Beobachtung des Kontextes professioneller Arbeit eine wichtige Rolle. Dieser Kontext ist – neben den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen (Ausbildung, Milieus, Werte usw.) – in der Regel die Organisation, in der professionelle Praxis stattfindet. Da diese Rahmenbedingungen immer – und in der Regel unbewusst – in die Praxis einfließen, ist ihre Reflexion im Rahmen systemischer Supervision von großer Bedeutung.

Systemische Supervision ist einer ressourcen–, kooperations– und kompetenzorientierten Haltung verpflichtet, die sich am Prinzip der Allparteilichkeit und der Sensibilität für kulturelle und interkulturelle Aspekte ebenso wie für Gender-Fragen orientiert.

Meine persönliche Qualifikation

Aufgrund meiner Ausbildung als Sozialwissenschaftler bin ich seit Mitte der 70er-Jahre mit sozialen und organisationsbezogenen Prozessen vertraut, sowohl aus der Innenperspektive als Mitarbeiter und Leiter von sozialen Einrichtungen wie auch als gestaltendes Mitglied von Vereinen, Instituten und Verbänden. Ich bin Lehrtherapeut und lehrender Supervisor der Systemischen Gesellschaft (SG), dem deutschen Fachverband für systemische Forschung, Therapie, Supervision und Beratung, an dessen Gründung 1993 ich aktiv mitgewirkt habe. Gegenwärtig bin ich Vorsitzender des Supervisionausschuss der Systemischen Gesellschaft.

Seit 1984 führe ich regelmäßig organisationsbezogene Supervisionen in unterschiedlichen Kontexten durch, seit 1989 bin ich freiberuflich als Supervisor, Coach und Organisationsberater tätig. In den vergangenen 20 Jahren habe ich im Rahmen meiner Tätigkeit als Supervisor und Coach mehrere hundert Prozesse begleitet.

Mein Erfahrungsspektrum

Als Supervisor arbeite ich in erster Linie in den Bereichen Psychiatrie (Landeskrankenhäuser – Kinder- und Jugendpsychiatrie, Gerontopsychiatrie, Entgiftungststationen, Allg. Psychiatriestationen, Akutstationen, Forensische Psychiatrie; Sozialpsychiatrische Zentren – Tagesstätten, Kontakt- und Begegnungsstätten, Sozialpsychiatrischer Dienst, Gesundheitsamt, Wohnheime etc.), Jugendhilfe (ASD, Kinderschutzeinrichtungen, Erziehungsberatungsstellen, Frühförderzentren, SPFH etc.), Sucht (Beratungsstellen, Stationäre Psychotherapie, Ambulante Rehabilitation), Beratung (Familien-, Ehe- Sexualberatung, Schwangerschaftskonfliktberatung) sowie psychosomatische Kliniken.

Weiterbildungstätigkeiten

Von 1984 bis 2005 war ich als Lehrtherapeut und lehrender Supervisor der Arbeitsgemeinschaft für psychoanalytisch-systemische Forschung und Therapie (APF) im Rahmen der Weiterbildung in systemischer Therapie supervisorisch tätig.
Von 2000 bis 2002 habe ich gemeinsam mit zwei anderen lehrenden SupervisorInnen in der APF das Weiterbildungscurriculum für Systemische Supervision entwickelt und mit einer ersten Kursgruppe durchgeführt.

Darüber hinaus führe ich seit Jahren viele Workshops und Seminare in anderen Weiterbildungsinstituten zu supervisionsbezogenen Themen durch.

Konditionen

Wenn Sie an Supervision interessiert sind, bespreche ich gerne die Modalitäten (Dauer, Frequenz, Ort, Honorar etc.) mit Ihnen persönlich in einem Telefongespräch. Bitte setzen Sie sich mit mir in Verbindung!